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Microcluster und Buckminster Fullers ‚Geodätische Dome’

   Die Flanagan Microcluster sind winzige, kugelförmige Gebilde mit einem Durchmesser von ca. 20 Atomen. Sie erinnern in ihrer Struktur an die so genannten ‚geodätischen Dome’, die der Architekt Buckminster Fuller (1895 – 1983) in den 70er Jahren entwickelt hat. Er experimentierte mit schnell zu errichtenden organischen Konstruktionen. Fuller stellte die Frage, ob Menschen das Recht hätten, auf den ‚Raumschiff Erde’, wie er unseren Planeten bezeichnete, festgemauerte Häuser zu bauen und bemühte sich, leichte und transportable Behausungen zu entwickeln, die sich organisch in die Natur einfügten. Dazu bediente er sich in der Natur vorhandener Gesetzmäßigkeiten, die sowohl im Mikrokosmos wie im Makrokosmos vorkommen.

Ähnliche Bauprinzipen wie bei den geodätischen Domen liegen Bienenwaben, den Facettenaugen der Insekten, jeder Ananas und vielen Viren zugrunde. Viren sind, wenn man einmal von ihren Auswirkungen auf unsere Gesundheit absieht, kleine Wunderwerke der Natur. Ein Grund, warum sie so hartnäckig und kaum zu bekämpfen sind, liegt in ihrer widerstandsfähigen Außenhülle, der eben ähnliche Bauprinzipien wie bei Buckminster Fuller zugrunde liegen (bzw. umgekehrt).

Die geodätischen Dome sind wie ein Fußball aus Sechs- und Fünfecken zusammengesetzt. Diese Form ist optimal, was Volumen, Gewicht, Materialaufwand und Nutzfläche angeht. Die Kuppel eines geodätischen Doms ist selbsttragend, weil Buckminster Fuller bei ihrer Konstruktion die Erdkrümmung mit einbezog.

Der berühmteste geodätische Dom von Buckminster Fuller war die bekannte Glaskuppel auf der Weltausstellung von 1967 in Montreal . Traditionell werden für die Weltausstellungen (heute: Expo) immer Gebäude errichtet, die völlig neue architektonische Wege gehen – berühmte Beispiele sind der Eiffelturm in Paris oder das Atomium in Brüssel. Buckminster Fuller griff auf Bauprinzipien der Natur zurück und verband so mühelos den Menschen mit Mikrokosmos und Makrokosmos. Die Flanagan Microcluster sind sozusagen eine Abbildung dieses Prinzips im (nano-) mikroskopischem Format.

   Einige Zeit nach der  Entwicklung der Flanagan Microcluster gelang es einer amerikanischen Forschergruppe, auf Kohlenstoffbasis ein Molekül zu entwickeln, das nach einem ähnlichen Prinzip wie die Microcluster und die geodätischen Dome aufgebaut ist. Zu Ehren Buckminster Fullers wurden diese neuentwickelten Moleküle ‚Buckminster Fullerene’ genannt, abgekürzt: Buckyballs. Die Forschergruppe erhielt dafür den Nobelpreis. Auch Patrick Flanagans Forschungen liegen dem Nobelpreiskommittee vor.

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